Konzept Langfassung: Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg
Konzept Langfassung: Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg

Konzept Langfassung: Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg

Im Folgenden dokumentieren wir den von uns erarbeiteten Konzeptvorschlag für eine künftige Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg. Die vorliegende Langfassung gibt unter anderem Auskunft über den Nutzen des Projekts für die Bürger/innen und die Stadt, stellt Überlegungen zu Inhalten, Angeboten und Entwicklung der Nutzungsstruktur an, skizziert die zu ergreifenden Maßnahmen sowie eine mögliche künftige Organisationsstruktur und stellt erste Ideen einer ergänzenden Finanzierung vor. Wer sich hingegen zunächst nur einen schnellen Überblick über die Grundlinien des Konzepts verschaffen möchte, dem empfehlen wir alternativ einen Blick in die Kurzfassung.

Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg

Ein Begegnungszentrum für Kunst und Kultur und sein Nutzen für die Bürger/innen

Inhalt

Vorwort

1. Status Quo – Bedeutung des bisherigen Künstlerhauses für die Bürger und die Stadt

2. Projekt Kulturfabrik Künstlerhaus – Nutzen für die Bürger/innen und die Stadt 

2.1. Ziel Begegnungszentrum für Kunst und Kultur      

2.2. Was spricht für den Ausbau?       

2.3. Namenswahl     

2.4. Nutzungskonzept der Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg

3. Erweiterte Kerninhalte und temporäre Angebote              

3.1. Erweiterte Kerninhalte  

3.2. Temporäre Angebote

4. Änderungen der Nutzungsstruktur            

4.1. Ist-Zustand        

4.2. Neue Nutzer, Dienstleistungsfunktionen und Begegnungsmöglichkeiten

5. Notwendige und wünschenswerte Maßnahmen

5.1. Sanierung des ehemaligen Fabrikgebäudes           

5.2. Restaurierung und Sanierung des Vorderhauses

6. Organisationsstruktur – Aufgaben und Verantwortlichkeiten         

6.1. Trägerverein Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg              

6.2. Demokratische Verwaltung

7. Co-Finanzierung durch Partner

8. Planung und nächste Schritte      

8.1. Grundsatzbeschluss des Leonberger Gemeinderats           

8.2. Inhaltliche Konkretisierung des Konzepts              

8.3. Beteiligung der Bürgerschaft

Fazit

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Vorwort

Im Jahr 2015 hat die Stadt Leonberg die inzwischen über 120 Jahre alte ehemalige Süddeutsche Schuhfabrik von den Erben des 2014 verstorbenen Fabrikbesitzers Erich Hägele erworben. Seitdem wurde der Fortbestand des  auch als Künstlerhaus Leonberg bekannten Gebäudes wiederholt in Frage gestellt. Angeregt durch die öffentliche Debatte haben sich die aktuellen Mieter/innen des Anwesens Gedanken über seine Zukunftsfähigkeit gemacht. Dabei entstand der folgende Vorschlag für ein zukunftsfähiges Nutzungskonzept, das sowohl den besonderen Charakter des Anwesens berücksichtigt, als auch den Nutzen für alle Bürger/inne/n Leonbergs in den Mittelpunkt stellt.

Die in der Initiative Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg zusammengeschlossenen Mieter setzen sich für den Erhalt der alten Schuhfabrik und deren Umgestaltung in ein kulturelles Zentrum für Leonberg und seine Bürger/innen ein. In diesem Konzept sind Vorschläge versammelt, die als Gesprächsgrundlage mit dem Gemeinderat, der Stadtverwaltung und der Bevölkerung gedacht sind. Wir schlagen vor, den Gebäudekomplex der ehemaligen Schuhfabrik, inklusive Vorder- und Hinterhaus, von innen und außen zu sanieren, sodass er den geltenden baulichen Bestimmungen gerecht und für neue, ausgeweitete Nutzungen attraktiver wird. Dabei wünschen wir, den rustikalen Fabrikcharme bestmöglich zu erhalten. Durch die geschickte Verbindung von historisch wiedererkennbaren und modernen Elementen lässt sich ein architektonischer Hingucker schaffen, der geeignet ist, den bekannten Leonberger Markenzeichen wie Engelbergturm, Pomeranzengarten oder Leonberger Hunde ein weiteres Identifikation stiftendes Vorzeigeobjekt hinzuzufügen: die „Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg“ als pulsierendes Herz der Kunst- und Kulturstadt Leonberg.

1. Status Quo – Bedeutung des bisherigen Künstlerhauses für die Bürger und die Stadt

Katalysator und Aushängeschild einer lebendigen Kunstszene

Das bisherige Künstlerhaus ist für die Kulturszene Leonbergs von herausragender Bedeutung. Bereits die vor rund 40 Jahren aufgetretene erste Generation der im Haus tätigen Künstler hat die heutige Leonberger Kunstszene maßgeblich mitgeprägt. Ins künstlerische Gedächtnis der Stadt eingeschrieben haben sich unter anderem die von Künstlern seit 1981 im sogenannten „Glaskasten” der Schuhfabrik veranstalteten Ausstellungen und das aus der Schuhfabrik heraus 1983 gegründete Künstlerkollektiv “DIE GRUPPE”. Dem ehemaligen „Glaskasten“-Künstler Matthias Keller zum Beispiel verdankt Leonberg die Gründung der Jugendkunstschule, des Vorläufers der heutigen VHS-Kunstschule im Künstlerhaus. Und der Leonberger Maler Hans Mendler, einst Gründungsmitglied von „DIE GRUPPE“, betreibt heute noch sein Atelier in der Leonberger Altstadt. Diese und zahlreiche weitere ehemalige wie heutige Künstler/innen aus dem Umfeld der Schuhfabrik haben dem Leonberger Kunstbetrieb wichtige Impulse gegeben und den Grundstein dazu gelegt, dass die lokale Kunstszene mit der Langen Kunstnacht in der Leonberger Altstadt (LaKuNa) in den vergangenen 15 Jahren buchstäblich aufgeblüht ist. Spätestens seit 2006, seitdem das Künstlerhaus als ein Eckpfeiler der Langen Kunstnacht in Erscheinung tritt, ist es nicht nur den Bürgern Leonbergs, sondern auch Besuchern aus der gesamten Region Stuttgart und teilweise darüber hinaus bestens bekannt.

Auch wenn die alte Schuhfabrik manchem Passanten zeitweise still erscheinen mag, profitiert die Bevölkerung doch auf mannigfache Weise von der Vielfalt der im Künstlerhaus konzentrierten Angebote: Kinder, Jugendliche und Erwachsene besuchen die Kurse und Workshops der VHS-Kunstschule und Ateliers, Kunstbesitzer und -käufer nehmen die Dienstleistungen des Bild + Rahmen-Fachgeschäfts in Anspruch, auch junge Kunstinteressierte strömen zu den Ausstellungen und Events der Galerie im Künstlerhaus, während alljährlich bei der Langen Kunstnacht das Publikum in langen Reihen durch die Räume zieht, auf der Suche nach neuen künstlerischen Inspirationen und Sinneseindrücken.

Das Künstlerhaus – ebenso wie die lokale Kunstszene insgesamt – macht auf diese Weise seit vielen Jahren Werbung für Leonberg als einer lebenswerten Stadt, in der Kunst und Kreativität einen allseits geschätzten Stellenwert genießen.

Gewerbliche Beziehungen

Für die aktuellen Hausnutzer/innen wiederum – Künstler/innen, Kunstlehrer/innen, Kunstschüler/innen, Aussteller/innen, Galeristen, Ausstellungsbesucher/innen, Kunstgewerbetreibenden sowie Käufer von Kunst und Kunstdienstleistungen – ist das Künstlerhaus unter anderem wegen seiner vielfältig nutzbaren, trockenen Räumlichkeiten, seiner Aufbewahrungsmöglichkeiten für Kunstprodukte und seiner günstigen Mieten unersetzlich. Seine Lage an einer Hauptverkehrsstraße zwischen Alt- und Neustadt fördert die öffentliche Wahrnehmung, während die Nähe zur Altstadt eine Teilnahme an der Langen Kunstnacht überhaupt erst ermöglicht. Zugleich fördert das Miteinander verschiedener Kunstinstitutionen den kreativen Austausch untereinander und hat langjährige persönliche Beziehungen und Verbundenheiten geschaffen. Auch für das Fachgeschäft Bild + Rahmen sind der zentrale, gut sichtbare Standort sowie das Eingebundensein in eine vielfältige, künstlerische Umgebung von herausragender Bedeutung. Diese Kombination sichert Arbeitsplätze und sorgt für fußläufige Erreichbarkeit. Das Fachgeschäft dient ebenso für Künstler wie für kunstinteressierte Bürger/innen als Anlaufstelle und verbindet so Innen- und Außenleben des im Haus stattfindenden Kunstbetriebs.

Kulturhistorische Einordnung

Darüber hinaus erweist sich das mutmaßlich aus den Jahren 1821 und 1898 stammende Gebäudeensemble der früheren Süddeutschen Schuhfabrik, in dem das Künstlerhaus ansässig ist, auch innerhalb der Stadt als einzigartig. Es ist nicht nur der letzte Zeitzeuge der Leonberger Industriegeschichte des 19. Jahrhunderts mit besonderer Architektur (Backsteinfassade unter dem heutigen Putz und ehemalige Rundbogenfenster), sondern es ist auch ein Kulturdenkmal der südwestdeutschen Arbeiter- und Handwerkerbewegung. Mutmaßlich im heutigen Vorderhaus (oder im 1898 abgebrochenen Farbhaus) wurde 1896 eine unabhängige Schuharbeiter-Genossenschaft gegründet, die Keimzelle der anschließend 80 Jahre lang privatwirtschaftlich weitergeführten Süddeutschen Schuhfabrik. Nach deren Stilllegung im Jahr 1977 versank das Gebäude nicht etwa im Dornröschenschlaf, sondern startete – dank der Kunst-Zugewandtheit des letzten Eigentümers Erich Hägele – eine inzwischen über 40 Jahre anhaltende zweite Karriere als zentrale Stätte für Kunstproduktion, künstlerischen Austausch, kunstnahe Dienstleistungen sowie Kunstvermittlung, beispielsweise in Form von Kunstunterricht und Ausstellungen.

Gebäudezustand

Schon während der Nutzung als Schuhfabrik und später als Kreativraum für Künstler erlebte das Gebäude mehrfache Um- und Einbauten, Modernisierungen und Anpassungen an den Bedarf der jeweiligen Nutzer. Erinnert sei beispielsweise an die Aufstockung der ursprünglich zweigeschossigen Produktionsstätte um ein drittes Stockwerk seit 1910, an die Veränderung der Fassade, insbesondere durch Verputzen der Backsteinwände und Ersetzen der Rundbogenfenster durch sprossenlose Rechteckfenster, an die im EG eingebauten Zwischenwände und an die wiederholt verschobene provisorische Trennwand im ersten OG zur Vergrößerung des Abstellraums für die Sammlungen des Stadtmuseums. Da der ursprünglich private Vermieter zugunsten der meist nicht gut betuchten Künstler bewusst auf eine kostendeckende Miete verzichtete, wurden jedoch notwendige Sanierungen – etwa der Heizungsanlage – oft verschoben, unvollständig oder gar nicht ausgeführt.

Trotz des offensichtlichen Sanierungsbedarfs haben die bislang aufgetretenen Mängel die vielfältigen Nutzungen nicht wesentlich behindert. Dennoch liegt es im Interesse einer längerfristigen Nutzung, einer weiteren Verschlechterung der Substanz durch eine Grundsanierung entgegenzuwirken. Dabei sollte jedoch der Charakter des Industriezweckbaus mit seinem unfertigen Charme erhalten bleiben, der auch künftig vielfältige robuste Nutzungen zulässt, sei es durch Verschütten von Farbe, (kunst-)handwerklich-maschinelle Tätigkeiten oder andere künstlerische Betätigungen mit Werkstattcharakter.

2. Projekt „Kulturfabrik Künstlerhaus“ – Nutzen für die Bürger/innen und die Stadt

2.1. Ziel Begegnungszentrum für Kunst und Kultur

Wie beschrieben, ist das bestehende Künstlerhaus Leonberg schon heute ein bedeutender Kristallisationspunkt für Kunstschaffende und -interessierte aus Leonberg und der Region.

Um das vorhandene Potenzial noch besser auszuschöpfen, soll das bisherige Künstlerhaus zum Begegnungszentrum „Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg“ ausgebaut werden. Diese Zielsetzung beinhaltet die Ausstattung mit zusätzlichen Dienstleistungsfunktionen sowie die Öffnung für ein breiteres Publikum. Der Ausbau bietet die einzigartige Chance, die „Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg“ über den schon bisher vergleichsweise breiten Besucherkreis hinaus für alle Bürgerinnen und Bürger Leonbergs nutzbar zu machen.

2.2. Was spricht für den Ausbau?

2.2.1. Mehr Entfaltungsmöglichkeiten und Lebensqualität

Eine ausgebaute Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg ermöglicht es allen Bürgerinnen und Bürgern von Leonberg, ihre kreativen und künstlerischen Fähigkeiten zu entdecken, zu entwickeln und für ihr privates wie berufliches Leben nutzbar zu machen. Die Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg bietet eine kreative Umgebung, in der frei und selbstbestimmt mit neuen Denk- und Handlungsmustern, aber auch neuen Formen der Zusammenarbeit experimentiert werden kann.  Derartige Freiräume gewinnen im digitalen Zeitalter eine wachsende Bedeutung als Voraussetzung für die Entwicklung neuer Technologien sowie für die Stärkung sozialer Kompetenzen und menschlicher Qualitäten. Dies bedeutet einen Zugewinn an Lebensqualität für alle Bürger/innen.

2.2.2. Bessere soziale und kulturelle Integration

Als drittgrößte Stadt des Landkreises Böblingen hat Leonberg seine Einwohnerzahl seit 1970 nahezu verdoppelt und ist weiterhin auf Wachstumskurs. Bereits vor dem Zuwanderungsjahr 2015 hatten 28 Prozent der Einwohner einen Migrationshintergrund (Quelle: Zensus 2011). Eine zahlenmäßig wachsende und kulturell zunehmend diverse Stadtbevölkerung aber benötigt mehr Orte für sozialen und kulturellen Austausch. Eine ausgebaute „Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg“ kann dazu beitragen, dem Trend zur Vereinzelung und der Gefahr kultureller Konflikte vorzubeugen, weil sich ihre Angebote an alle Bevölkerungsschichten richten.

Hinzu kommt, dass die in direkter Nachbarschaft entstehenden neuen Wohn-  und Geschäftsviertel einen zusätzlichen Bedarf an Begegnungsmöglichkeiten schaffen. Ihr solitärer und zugleich exponierter Standort prädestiniert die „Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg“ zum bevorzugten Begegnungsort für Bewohner des Layher- und Postareals sowie der bestehenden Wohnquartiere rund um Seestraße und Steinstraße. Damit fördert die „Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg“ das Zusammenwachsen der neuen und alten Wohnquartiere beidseits der Eltinger Straße. Aufgrund ihres nicht-kommerziellen Charakters ist sie besonders geeignet, Bewohner aller Generationen, geographischer Herkünfte und sozialer wie kultureller Prägungen zusammenzuführen. Insofern stellt die „Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg“ bis zu einem gewissen Grad auch eine nicht konfessionell geleitete Ergänzung zum Haus der Begegnung der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde dar.

2.2.3. Mehr Aufenthaltsqualität und mehr Sicherheit

Ein Begegnungszentrum an der Schnittstelle zwischen neuen und alten Wohn- und Geschäftsvierteln trägt zur Belebung und zur Stärkung der Aufenthaltsqualität in diesem Stadtbereich bei. Dies verbessert zugleich die Sicherheit für alle Bewohner und Besucher im Umfeld. Insofern macht an dieser zentralen Stelle ein Begegnungszentrum „Kulturfabrik Künstlerhaus“ auch aus städtebaulicher Sicht Sinn.

2.2.4. Mehr Kaufkraftbindung

Angesichts der anhaltenden Schwächung des stationären Handels durch den Internethandel liefert ein Begegnungszentrum „Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg“ Einheimischen wie Auswärtigen zusätzliche Gründe, um das Stadtzentrum aufzusuchen. Mehr Besucher heißt zugleich mehr potenzielle zusätzliche Kunden. Regelmäßige Kurs- und Workshop-Angebote, ein kleines Café/Bistro als niederschwelliger Treffpunkt von Kulturschaffenden und breitem Publikumsowie vielfältige Veranstaltungen ziehen vorhersehbar eine erhöhte Besucherfrequenz in Altstadt und neuer Stadtmitte nach sich. Davon profitieren lokale Gastronomie und Einzelhandel insgesamt.

2.2.5. Keimzelle für künftiges „Kulturareal Steinstraße“

Die direkte Nachbarschaft von „Kulturfabrik Künstlerhaus“ und Steinturnhalle und deren zentrale geographische Lage an der Verkehrsachse Altstadt-Neue Stadtmitte legt es nahe, neue kulturelle Aktivitäten künftig an diesem Standort zu bündeln. Jede dieser beiden Institutionen für sich ist schon jetzt ein Aushängeschild für die Leonberger Kulturszene, beide sind Zeitzeugen der Leonberger Stadtgeschichte: die eine für die Industriegeschichte, die andere für die Vereins- und Sportgeschichte. Durch ihre Bündelung zu einem de facto ja bereits bestehenden (wenngleich noch nicht so benannten) „Kulturareal Steinstraße“ könnten „Kulturfabrik Künstlerhaus“ und Steinturnhalle ein kulturelles „Tor zur Altstadt“ bilden, das im Kontrast zu den Neubauten des Postareals die Attraktivität der Innenstadt erhöht und in idealer Weise Tradition und Moderne, Vergangenheit und Zukunft in Leonberg verbindet.

2.2.6. Standortfaktor Kunst und Kultur

Als Mitveranstalterin der alljährlichen Langen Kunstnacht legt die Stadt Leonberg Wert auf eine öffentliche Wahrnehmung als weltoffene und der zeitgenössischen Kunst zugeneigte Stadt. Dabei gebührt den Auswirkungen einer lebendigen Kunstszene auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt mehr Aufmerksamkeit. Denn es sind Veranstaltungen wie die „Lange Kunstnacht“ und Orte wie das Künstlerhaus, durch die sich Leonberg positiv von herkömmlichen Trabanten- und Pendlerstädten im Stuttgarter „Speckgürtel“ abhebt. Mit einem Ja zum Ausbau des bestehenden Künstlerhauses zur „Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg“ bekennt sich die Stadt Leonberg zu Kunst und Kultur als Standortfaktor, der ihr Image als „Stadt der Kreativen“ untermauert, den Lebenswert Leonbergs steigert und dadurch der lokalen Wirtschaft hilft, auch in Zukunft hochqualifizierte Mitarbeiter sowie neue, interessante Unternehmen mit zusätzlichen Arbeitsplätzen nach Leonberg zu ziehen.

2.3. Namenswahl

Die erweiterte Bezeichnung als „Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg“ (KKL) entspricht unserer Vorstellung vom Künstlerhaus als einem für alle Bürger/innen offenen Begegnungszentrum für Kunst und Kultur. Der Namenszusatz „Kulturfabrik“ weist auf den ursprünglich industriellen Charakter des Gebäudes und seine Eigenschaft als letztem Bauzeugen der für Leonberg einst wichtigen Schuhfabrikation hin, während die Bezeichnung „Künstlerhaus“ an den seit 15 Jahren eingeführten Namen anknüpft und die Wiedererkennung erleichtert.

2.4. Nutzungskonzept der Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg

Das künftige Nutzungskonzept der Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg setzt sich aus vier Funktionsbereichen zusammen:

  1. stellt die Kulturfabrik Künstlerhaus eine Kreativ-Umgebung dar, deren Workshops, Projekte und Kurse Menschen aller Altersgruppen, geographischer Herkünfte und kultureller Prägungen offen stehen.
  2. dient sie als Anlaufstelle und Dienstleistungsort für professionelle Kunst- und Kulturschaffende aus Leonberg, der Region und darüber hinaus.
  3. dient sie als Event-Ort für Veranstaltungen künstlerischer und kultureller Natur, um den sich, begünstigt durch ein noch zu schaffendes Café/Bistro, langfristig ein Szenetreff bildet.
  4. ist die Kulturfabrik Künstlerhaus eine Talent-Schmiede, in der sich begabte Kunst- und Kulturschaffende für den Einstieg in professionelle kreative Anwendungen aller Art vorbereiten können, sei es ein Studium oder eine Ausbildung im künstlerischen Bereich oder in anderen kreativen Berufen.

Abb. 1: Funktionsbereiche der Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg (KKL)

3. Erweiterte Kerninhalte und temporäre Angebote

Den genannten vier Funktionsbereichen der Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg entsprechen jeweils konkrete Kerninhalte und temporäre Angebote, die im Folgenden beschrieben werden.

3.1. Erweiterte Kerninhalte

3.1.1. Freie Ausgestaltung

Die Grundidee eines Künstlerhauses ist, dass die Künstler grundsätzlich frei in der Ausübung und inhaltlichen Ausgestaltung ihrer Tätigkeiten sind. Abgesehen von den mietvertraglich festgelegten Pflichten soll es auch in der künftigen Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg keine inhaltliche Weisungsbefugnis seitens übergeordneter Instanzen geben. Die organisatorische Zusammenarbeit und die Verantwortlichkeiten regelt eine Satzung.

3.1.1. Austausch von Inhalten

Auf freiwilliger Basis können jedoch Kooperationen mit Organisationen und Institutionen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen eingegangen werden. Dadurch wird ein Austausch von Inhalten zwischen der Kulturfabrik Künstlerhaus und anderen Bereichen gefördert.

3.1.2. Schulkooperationen

Um Synergien mit umliegenden Schulen zu erzeugen und die Kulturfabrik Künstlerhaus bekannter zu machen, können Schulen ausgewählte Schüler-Projekte als Teil ihrer Projektklassen in der Kulturfabrik Künstlerhaus durchführen. Sie können auch zum Beispiel zu Klassenprojektstarts Input in Form von Vorträgen von Künstlerhausnutzern anfragen.

Im Gegenzug können die Schulen kunsterfahrene Lehrer als Workshopleiter zu bestimmten Themen oder als Dozent zu Schnupperkursen an die Kulturfabrik Künstlerhaus entsenden. Zusätzlich können Schulen nach Absprache aktuelle Themen oder Aufgaben in die Kulturfabrik Künstlerhaus einbringen.

3.1.3. Firmenkooperationen

Zu bestimmten Themen sind nach Absprache mit der künstlerischen Leitung auch Kooperationen mit ortsansässigen und regionalen Firmen möglich. Denkbar wären z.B. Ausstellungen in Firmenräumen, die Organisation von exklusiven Kreativ-Workshops für Firmenpersonal, die Beauftragung mit der Suche nach bestimmten gestalterischen Lösungen und mehr. Auch hier sind umgekehrte Kooperationen denkbar, indem z.B. Firmen Dozenten für digitale Anwendungen zu Vorträgen und Workshops an die Kulturfabrik Künstlerhaus entsenden.

3.2. Temporäre Angebote

3.2.1. Kreativ-Umgebung

Künstlerhaus-Kolleg: Um Interessierten die Möglichkeit zu eröffnen, ihre eigenen künstlerischen Fähigkeiten zu entdecken und zu erproben, bieten im Haus ansässige und auswärtige Künstler/innen Schnupperkurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Eine Kooperation mit der VHS-Kunstschule im Haus ist möglich und erwünscht.

FerienAtelier: Einmal im Jahr werden diese Schnupperkurse auch in den Schulferien angeboten, beispielsweise im Rahmen des städtischen Ferienprogramms.

Familiensonntage: Die Schnupperkurse werden zwei Mal im Jahr auch in Form von Familiensonntagen durchgeführt, bei denen die ganze Familie – je nach Anbieter – drei Stunden lang verschiedene Techniken ausprobieren kann.

Workshops (in Kooperation mit der VHS-Kunstschule): Ziel der Workshops ist die Heranführung kunstinteressierter Jugendlicher und Erwachsener an ausgewählte Themen, Techniken und Arbeitsmittel. Dies sind Kurse mit niedriger Einstiegshürde, die Spaß machen und ein rasches Erfolgserlebnis bieten. Sie dienen als Vorstufe für umfangreichere Projekte.

Projekte für Fortgeschrittene: Interessierte Jugendliche und Erwachsene, die aufbauend auf Workshops eigene Ideen in der Kulturfabrik Künstlerhaus umsetzen wollen, werden von im Haus ansässigen Künstlern und/oder Mitarbeitern der VHS-Kunstschule auf diesem Weg angeleitet und begleitet. Diese Projekte können auch den Charakter einer vorbereitenden Maßnahme auf eine spätere professionelle Weiterbildung und/oder professionelle Anwendungen haben.

3.2.2. Anlaufstelle für professionelle Kunst- und Kulturschaffende

Ein weiterer Funktionsbereich der Kulturfabrik Künstlerhaus ist der Aufbau einer Erstkontaktmöglichkeit für Menschen mit (semi-)professionellen Kunst- und Kulturvorhaben. Zum Aufgabenbereich der künstlerischen Leitung soll es unter anderem gehören, neben der Information über die von der Kulturfabrik Künstlerhaus selbst angebotenen Kurse, Workshops und Projekte auf Nachfrage auch externe Ansprechpartner aus den Bereichen Bildung oder Weiterbildung, Finanzierungsquellen und Kunstvermarktung, Galerien, Ausstellungs- und Messewesen oder weiteren Fachgebieten zu vermitteln. Hierzu wird ein Pool von Beratungsexperten aus unterschiedlichen Bereichen zusammengestellt, die für Beratungstermine angefragt werden können. Die Zusammenstellung des Pools erfolgt u.a. über Verbindungen zu ortsansässigen Künstlern und Kunstexperten sowie über Netzwerke anderer Künstlerorganisationen. Angestrebt wird auch eine Kooperation mit dem lokalen und regionalen Gewerbe, zum Beispiel bei der Vermittlung von Künstler/inne/n für Ausstellungen in Firmenräumen, Auftragsarbeiten für Firmen und ähnlichem. Der Übergang zu Fragen einer geplanten Professionalisierung kann in diesen Fällen fließend sei.

3.2.3. Event-Ort

Lange Kunstnacht

Die alljährliche Lange Kunstnacht (LaKuNa) ist und bleibt das überregionale Schaufenster für die lokale Kunstszene. Bei der LaKuNa präsentieren auch die Institutionen in der Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg die Ergebnisse ihrer kreativ-künstlerischen Arbeit vor überregionalem Publikum. Dazu sind neben der Öffentlichkeit die Medien sowie Vertreter von Politik, Wirtschaft und Kultur eingeladen.

Ausstellungen

Die Galerie im Künstlerhaus veranstaltet kuratierte Ausstellungen mit maßgeblichen lokalen, regionalen und überregionalen Künstler/innen. Auch dazu werden neben der Öffentlichkeit die Medien sowie Vertreter von Politik, Wirtschaft und Kultur eingeladen.

Vortragsabende

Zwei bis drei Mal pro Jahr werden Fachleute zu einem aktuellen Thema eingeladen, das sowohl für Workshop- und Projekt-Teilnehmer/innen im Künstlerhaus sowie aktive Kunst- und Kulturschaffende als auch für das lokale und regionale kunstinteressierte Publikum interessant ist. (z.B. Kunst im digitalen Zeitalter, Kunst und künstliche Intelligenz)

Lesungen, Konzerte, Kleinkunst

Eine von der künstlerischen Leitung der Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg beauftragte Person erstellt in Zusammenarbeit mit der VHS-Kunstschule und der Galerie im Künstlerhaus ein Jahresprogramm, das Lesungen, kleine Konzerte, Kleinkunst und/oder künstlerische Performances beinhaltet. Ziel ist es, die Kulturfabrik Künstlerhaus als Treffpunkt für eine breite kunst- und kulturinteressierte Öffentlichkeit aus Leonberg, der Region und darüber hinaus zu etablieren.

Sommerfest der Kunst und Kultur

In den Sommermonaten lädt die Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg zu einem Sommerfest der Kunst und Kultur rund um Kulturfabrik und Steinturnhalle ein.  Ziel ist es, der Bevölkerung aus Leonberg und der Region sowie insbesondere den Bewohnern der umliegenden Wohngebiete einen weiteren niederschwelligen Zugang zu den Institutionen und Angeboten der Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg zu eröffnen. Darüber hinaus bietet sich das Sommerfest der Kunst und Kultur auch als Treffpunkt und unverbindliche Kontaktmöglichkeit für Menschen an, die wegen ihrer tendenziellen Kunst- und Kulturferne normalerweise nicht den Weg zur Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg fänden.

3.2.4. Talent-Schmiede

Bei Workshops, Projekten und Kursen in der VHS-Kunstschule, in den künstlerischen Werkstätten und Ateliers können interessierte junge wie erwachsene Menschen Erfahrungen mit künstlerischen Herangehensweisen und Techniken sammeln. Bei weitergehendem Interesse geben Dozenten Tipps und Hinweise für eine vertiefte Beschäftigung mit künstlerischen Themen, sei es in Form von Aufbaukursen, Praktika oder einem Studium. Dazu pflegt die künstlerische Leitung der Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg den Kontakt zu weiterführenden Bildungseinrichtungen, zu Fachpublikationen und Anbietern entsprechender Veranstaltungen.

Abb. 2: Angebote der Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg

4. Änderungen der Nutzungsstruktur

4.1. Ist-Zustand

Die aktuelle Nutzungsstruktur des Gebäudes ist historisch gewachsen. Sie ist das Ergebnis von 40 Jahren Nachfrage der örtlichen Kunstszene (sowie der Stadt Leonberg) nach geeigneten Räumlichkeiten und dem Angebot des kunstsinnigen, erst 2014 verstorbenen Eigentümers der ehemaligen Schuhfabrik, Erich Hägele.  Wie bereits erwähnt, teilen sich die Räume aktuell insgesamt fünf Nutzer (auf die ebenfalls stattgefundenen diversen vorübergehenden Gewerbenutzungen wird hier aus Platzgründen verzichtet). Die aktuellen Nutzer sind – in der chronologischen Reihenfolge ihres Auftretens im Gebäude – folgende:

– die freien Ateliers (seit Ende 1970er Jahre)

– die Ausstellungsräume (seit 1986), heute Galerie (seit 2005)

– das Fachgeschäft Bild + Rahmen (seit 1994)

– die Stadt Leonberg mit der VHS-Kunstschule (seit 2000)

– die Stadt Leonberg mit dem Lager für die Sammlung des Stadtmuseums (seit 2006)

Diese Nutzungsstruktur hat sich im Grundsatz über Jahrzehnte bewährt. Um die eingangs erwähnte Zielsetzung zu erreichen, ist es jedoch notwendig, die derzeitige Nutzungsstruktur um einige wesentliche Elemente zu erweitern.

Abb. 3: Aktuelle Nutzer (ohne Lager des Stadtmuseums)

4.2. Neue Nutzer, Dienstleistungsfunktionen und Begegnungsmöglichkeiten

Die angedachten zusätzlichen Nutzungen machen im Rahmen der Sanierung eine Anpassung der bisherigen Raumaufteilung erforderlich. Die gegenwärtigen Hausmieter sind grundsätzlich offen für räumliche Kooperationen mit neuen Gruppierungen im Haus, soweit diese einvernehmlich regelbar sind. Der Vollständigkeit halber muss jedoch erwähnt werden, dass die meisten zusätzlichen Nutzungen die Verlegung der momentan im ersten OG gelagerten Sammlung des Stadtmuseums an einen anderen Ort voraussetzen. Eine neue Raumaufteilung könnte folgendermaßen aussehen:

4.2.1. Vereinsraum der KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg e.V.

Im Herbst 2019 hat sich die KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg in einem Brief an OB Martin G. Cohn ebenfalls für Erhalt und Sanierung der alten Schuhfabrik ausgesprochen und Interesse an der Nutzung von Räumlichkeiten im Gebäude angemeldet. Anlässlich einer Vorstellung der Initiative auf einer Hausversammlung der aktuellen Mieter im Oktober 2019 wurde ein künftiges Engagement der Initiative in der „Kulturfabrik Künstlerhaus“ einhellig begrüßt.

Für die Bildungsarbeit mit Schulklassen und die Vereinsverwaltung benötigt die KZ-Gedenkstätteninitiative nach eigenen Angaben schätzungsweise 250 Quadratmeter Platz. Die abschließbaren, allein von der Initiative genutzten Räumlichkeiten sollen behindertengerecht erreichbar sein, also ebenerdig oder mit Fahrstuhl. Der teilbare Vereinsraum mit Bestuhlung für etwa 50 Personen dient der Vor- und Nachbereitung von Führungen auf dem „Weg der Erinnerung“ mit Referaten, Filmen und/oder Online-TV. Zu diesem Zweck wird er mit Präsentationstechnik (Filmleinwand, Beamer) ausgestattet und sollte außerdem Platz für Ausstellungsvitrinen, eine Garderobe, die rund 2.000 Bücher umfassende Vereinsbibliothek sowie eine kleine Teeküche mit Kühlschrank bieten. In einem abteilbaren Bereich sind 15 Computer-Arbeitsplätze für Einzelarbeit von Schülern vorgesehen. Ein zweiter abgeteilter Bereich dient als kleines Büro mit zwei Arbeitsplätzen. Vorzusehen sind auch ein eigener Verbrauchszähler für Strom, Wasser und Heizung.

4.2.2. Mehrzweckraum

Im Haus wird ein Mehrzweckraum eingerichtet. Diesen können auch andere, nicht im Haus ansässige Gruppierungen wie Vereine, Schulen, Kirchen, Firmen oder die Stadt für kleinere kulturelle Veranstaltungen nutzen. Als erste Gruppe hat bereits die KZ-Gedenkstätteninitiative ihr Interesse an der Mitnutzung eines solchen Raums angekündigt. Ziel ist es, neben Ausstellungen auch andere Veranstaltungen wie beispielsweise Vorträge der KZ-Gedenkstätteninitiative, Lesungen, Performances, Kleinkunst und/oder Konzerte für bis zu 100 Besucher zu ermöglichen, wie sie früher bereits im Haus stattgefunden haben und die auf Dauer die Kulturfabrik Künstlerhaus für neue Zielgruppen attraktiv machen. Der Mehrzweckraum sollte Bewirtungsmöglichkeiten (Getränke, kleiner Imbiss), behindertengerechte WC-Anlagen, Parkplätze, Heizung und Klimatisierung sowie Hausmeister- und Reinigungsdienste beinhalten. Für die Ausstattung, insbesondere für die technische Ausstattung, werden Spender und Sponsoren aus der lokalen und regionalen Wirtschaft gesucht. Die Aufstellung und Betreuung des Programms für den Mehrzweckraum ist Aufgabe der künstlerischen Hausleitung. Für größere Veranstaltungen kann auch die benachbarte Steinturnhalle (mit)genutzt werden.

4.2.3. Künstlerische Werkstätten

In der Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg werden ein bis zwei künstlerische Werkstätten (z.B.  Siebdruck-, Foto- und/oder Digitalwerkstatt) und/oder Kunsthandwerksbetriebe eingerichtet. Dies entspricht der Tradition des Hauses, in dem bereits seit 1986 zeitweise eine Radierwerkstatt bestand. Damit erhalten nicht nur bislang außenstehende Kunstschaffende aus Leonberg und der Region einen Zugang zum neuen Kreativzentrum, der die schon bisher von der VHS-Kunstschule angebotenen Möglichkeiten ergänzt. Die Räume werden auch insgesamt intensiver genutzt. Eine enge Zusammenarbeit mit der VHS-Kunstschule ist möglich und erwünscht.

4.2.4. Kreativ-Laden

Zusätzlich zum bestehenden Fachgeschäft Bild+Rahmen könnte ein Kreativ-Laden zum Verkauf künstlerischer Produkte aus dem Haus eingerichtet werden. Sein Zweck ist es, künstlerische Produkte aus dem Haus, aus Leonberg sowie der näheren und ferneren Region – abseits der Exklusivität von zeitlich begrenzten Ausstellungen – ganzjährig breiten kunstinteressierten Käuferschichten zugänglich zu machen.

4.2.5. Café/Bistro Kulturfabrik Künstlerhaus

In einer zweiten Ausbaustufe sollte die Einrichtung eines Café/Bistro Kulturfabrik Künstlerhaus in Erwägung gezogen werden. Dieses wäre nicht im Fabrikgebäude selbst, sondern daran angegliedert in zeitgemäßer Modulbauweise neu zu errichten. Als geeigneter Standort dafür erscheint die Fläche des jetzigen Lagerschuppens im Hof, aber auch andere (Anbau-)Lösungen in Richtung Parkplatz Steinturnhalle sind denkbar. Bei einer kreativen Gestaltung unter Berücksichtigung der historischen Fassade der ehemaligen Schuhfabrik und der neuen Bauten auf dem benachbarten Layher- und Post-Areal könnte das Café Künstlerhaus künftig einen modernen architektonischen Kontrapunkt setzen und zu einem buchstäblichen „Hingucker“ für die Öffentlichkeit werden. Das Café/Bistro hat die Funktion, einem breiten kunst- und kulturaffinen Publikum einen niederschwelligen Zugang zu den Angeboten der Kulturfabrik Künstlerhaus zu ebnen. Zum anderen soll es die Bewirtung von jeglicher Art Veranstaltungen im und um die Kulturfabrik Künstlerhaus übernehmen. Eine direkte bauliche Verbindung mit dem neuen Mehrzweckraum, zum Beispiel in Form eines überdachten Gangs/Stegs,  ist daher wünschenswert. Um eine ansprechende gestalterische Lösung zu erhalten, die den beschriebenen Anforderungen gerecht wird, schreibt die Stadt einen beschränkten Architektenwettbewerb aus.

Der Betrieb des Café/Bistro Kulturfabrik Künstlerhaus wird nach vorheriger Ausschreibung per Pachtvertrag an eine/n geeignete/n Gastronom/in vergeben.

4.2.6. Treffpunkt für „heimatlose“ Vereine

Kleineren Vereinen oder Gruppen ohne eigenen Raum wird ein offener Vereinsraum für ihre Treffen zur Verfügung gestellt.

4.2.7. Co-Working-Space

Nicht im Haus ansässige Mitglieder der Kreativbranche wie Designer oder Entwickler bei Firmen im Umkreis können in der Kulturfabrik Künstlerhaus tageweise einen Co-Working-Space/Kreativ-Raum für eigene Workshops anmieten.

4.2.8. Optionale Ideen

Separater Kursraum

Falls nicht bereits in den künstlerischen Werkstätten vorhanden, wird ein separater Kursraum zur Anmietung durch lokale und regionale Kunstschaffende eingerichtet. Dieser ist der Durchführung von zeitlich begrenzten Kursangeboten der Hausnutzer sowie in zweiter Linie auch externer Anbieter mit Kunst- und Kulturbezug, vorzugsweise aus Leonberg und der Region, vorbehalten. Die Anmietung erfolgt durch formlosen Antrag bei der Hausselbstverwaltung für jeweils ein Kalenderjahr im Voraus.

Gastatelier

Neben den bestehenden drei freien Ateliers wird ein zusätzliches Atelier in Form von einer Zwei-Zimmer-Atelierwohnung für eine/n Gastkünstler/in eingerichtet. Ausstattung und Organisation orientieren sich am Vorbild des Gastateliers im Künstlerhaus Stuttgart. Zweck des Gastateliers ist es, auswärtigen Künstler/inne/n, vorzugsweise aus den Leonberger Partnerstädten, Gelegenheit zu geben, für eine begrenzte Zeit in Leonberg zu leben und zu arbeiten. Die Belegung erfolgt per Einladung beziehungsweise auf Antrag. Über die Belegung entscheiden die künstlerische Hausleitung und die Hausversammlung (d.h. die Versammlung aller aktuellen Hausnutzer) gemeinsam. Für die Nutzung wird von der Hausselbstverwaltung ein symbolisches Entgelt erhoben, das eine Generalreinigung pro Jahr und kleinere Reparaturen abdeckt. Die Ergebnisse der Arbeit des/der Gastkünstlers/in werden gegen Ende des Aufenthalts der Öffentlichkeit in einer Ausstellung präsentiert. Die Einrichtung eines Gastateliers unterstreicht das Selbstverständnis Leonbergs als einer weltoffenen, gastfreundlichen sowie den Künsten zugeneigten Kulturstadt.

Weiteres

Ein Brainstorming der Hausnutzer ergab weitere Ideen für mögliche Funktionen, die hier stichwortartig aufgeführt werden: ein Spielplatz, eine Eisdiele, ein (Dach-)Gemüsegarten, ein exklusiver Wohnraum im DG.

Abb. 4: Neue Nutzer, Dienstleistungen und Begegnungsmöglichkeiten

5. Notwendige und wünschenswerte Maßnahmen

5.1. Sanierung des ehemaligen Fabrikgebäudes

5.1.1. Variante Minimalsanierung

Die Initiative Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg ist sich durchaus der angespannten und durch die Corona-Krise zusätzlich erschwerten städtischen Haushaltslage bewusst. Daher strebt sie auch keine Luxussanierung an, sondern eine Sanierung „mit Augenmaß“, um Kosten und Nutzen in ein ausgewogenes Verhältnis zu setzen.

Das historische Fabrikgebäude soll grundsätzlich als alternativer Kulturraum erhalten bleiben. Kreative brauchen robuste Freiräume, die auch mal einen Farbklecks auf dem Fußboden oder eine Schramme an der Wand oder an der Eingangstür vertragen. Schon deshalb verbietet sich eine mit hohen Kosten verbundene Edelsanierung. Das Gebäude soll nicht „totsaniert“ werden. Das bedeutet: Die Mieten müssen auch in Zukunft auf einem niedrigen Niveau und für die Nutzer erschwinglich bleiben. Ateliers, Werkstätten und Veranstaltungsräume, die sich nur noch „Gutbetuchte“ leisten können, haben nicht nur ihren Nutzen für die einheimische Künstlerszene verloren, sondern auch ihren gesellschaftlichen und integrativen Zweck verfehlt.

Die Sanierung sollte sich daher auf das Nötigste zur Sicherung der baulichen Substanz und eine Anpassung an heutige Vorschriften und Standards, beispielsweise bei Energieversorgung, Barrierefreiheit und Brandschutz, beschränken. Vordringlich ist aus unserer Sicht eine Erneuerung der Heizung. Auch eine auf lange Sicht Energiekosten sparende Photovoltaik-AnIage zur Produktion von selbstverbrauchtem Strom und eine Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung auf dem Dach wären denkbar. Ebenso wichtig sind eine Erneuerung der sanitären Anlagen im gesamten Gebäude, die Schaffung behindertengerechter Zugänge zu den publikumsrelevanten Räumen sowie der Anschluss an schnelles Internet.

Wünschenswert ist darüber hinaus eine der neuen Funktion als Kulturfabrik Künstlerhaus gemäße Gestaltung der Fassade.

5.1.2. Variante Maßvolle Restaurierung

Über diese Minimallösung hinaus wäre eine etwas weitergehende, wenngleich immer noch maßvolle Restaurierung aus mehreren Gründen wünschenswert. Gemeint ist die Freilegung der historischen Backsteinfassade und die Wiederherstellung der ursprünglichen Rundbogen-Fenster.

Damit würde erstens der Bedeutung der ehemaligen Schuhfabrik als letztem Zeitzeugen der Leonberger Industriegeschichte des 19. Jahrhunderts in angemessener Weise Rechnung getragen. Zweitens würden diejenigen Stimmen entkräftet, die unter Verweis auf das heutige Aussehen hartnäckig behaupten, das Gebäude sei unansehnlich und daher nicht erhaltenswert. Ein Blick auf zahlreiche ähnlich gelagerte Streitfälle rund um den Umgang mit markanten Altbauten in den zurückliegenden 50 bis 60 Jahren quer durch die gesamte Bundesrepublik zeigt, dass die anfangs oft verbreitete Skepsis oder gar Geringschätzung nach einer gelungenen Sanierung in der Regel dem Stolz auf das in besonderen Bauten verkörperte historische Vermächtnis einer Stadt gewichen ist. Als gelungene Beispiele für in historischen Gebäuden eingerichtete Kulturzentren sei hier auf die Alte Spinnerei in Bielefeld, die Alte Mälzerei in Regensburg und das Kulturhaus Osterfeld in Pforzheim verwiesen.

5.2. Restaurierung und Sanierung des Vorderhauses

Ein besonderes Augenmerk gilt der Sanierung des Vorderhauses. Auch hier sollte sich die Sanierung auf das Nötigste zur Sicherung der baulichen Substanz und eine Anpassung an heutige Vorschriften und Standards beschränken. Allerdings ist das Vorderhaus der vermutlich älteste Teil der ehemaligen Schuhfabrik und stellt überdies wegen seiner exponierten Lage an einer innerstädtischen Hauptverkehrsachse das Gesicht des gesamten Anwesens dar. Diesen Umständen sollte auch äußerlich mit einer sorgfältigen Restaurierung der Fassade Rechnung getragen werden. Unter Hinzuziehung von Fachleuten und alten Unterlagen sollte geklärt werden, ob eine Freilegung des unter dem Putz vermuteten Fachwerks infrage kommt, um die Zugehörigkeit zur Leonberger Altstadt zu betonen.

6. Organisationsstruktur – Aufgaben und Verantwortlichkeiten

6.1. Trägerverein Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg

Geplant ist, dass die Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg durch einen Trägerverein mit dem Namen „Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg e.V.“ rechtlich und finanziell getragen wird. Mitglieder des Trägervereins können natürliche und juristische Personen sein. Firmen, Institutionen und Stiftungen können unter anderem fördernde Mitglieder werden. Durch Einnahmen auf Spendenbasis und Akquise von öffentlichen Fördermitteln wird der laufende Betrieb der Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg aufrechterhalten. Der Trägerverein soll nach der politischen Entscheidung zu Erhalt und Sanierung des Gebäudes etabliert werden.

6.2. Demokratische Verwaltung

Das Beispiel des Künstlerhauses Stuttgart zeigt, dass sich eine Institution wie die Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg über den Trägerverein demokratisch selbst verwalten kann, wobei der Stadt als Eigentümerin sowohl bei der Wahl des Vorstands als auch im laufenden Betrieb auf dem Weg über den Beirat ein maßgebliches Mitspracherecht zusteht.

Organe des Trägervereins sind:

-der Vorstand

-der Beirat

-die Mitgliederversammlung

Die näheren Einzelheiten wären in einer im Einvernehmen mit Stadtverwaltung und Gemeinderat aufzustellenden Satzung zu regeln.

6.2.1. Künstlerische Leitung, NN

Die künstlerische Leitung der Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg verantwortet den Betrieb der Kulturfabrik Künstlerhaus und erstellt hierfür inhaltliche und didaktische Konzepte, erarbeitet die Programmplanung, verwaltet das Budget, plant Anschaffungen und gestaltet die Zusammenarbeit mit den Partnern und Schulen. Außerdem verantwortet sie die Anwerbung und Betreuung der Mitarbeiter und Workshop-Referenten, baut den Pool von externen Beratern auf und vertritt die Kulturfabrik Künstlerhaus als Sprecher/in nach außen. Hinzu kommt die Konzeption und Unterstützung der Außenkommunikation und Außenwerbung für die Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg. Wichtig sind der Austausch und die Vernetzung mit Künstler- und Kulturschaffenden-Netzwerken welt- und deutschlandweit, aber besonders auch innerhalb der Region, z.B. mit der Freien Kunstakademie Gerlingen und dem Künstlerhaus Stuttgart.

6.2.2. Werkstatt-Leiter/innen, NN

Die Werkstattleiter/innen sind für den Betrieb der künstlerischen Werkstätten verantwortlich und während der Öffnungszeiten vor Ort. Voraussetzung für die jeweilige Tätigkeit ist eine entsprechende Qualifikation. Sie bieten regelmäßig eigene Kurse in ihrer Werkstatt an und sind für die Vergabe und Belegung der Werkstatträume sowie die entsprechende Dokumentation zuständig. Sie leiten bei der Nutzung von Geräten an und verwalten das Verbrauchsmaterial. Sie betreuen die Kursteilnehmer/innen und externen Werkstattnutzer/innen, unterstützen Workshops und Projekte, sind für die räumliche Ordnung verantwortlich und kümmern sich um die Instandhaltung der Geräte.

7. Co-Finanzierung durch Partner           

Wie bereits betont, haben die Verfasser auch die finanzielle Lage der Stadt und die momentan schwierigen Rahmenbedingungen im Blick. Insofern hätten wir Verständnis dafür, wenn das Projekt Kulturfabrik Künstlerhaus nicht „in einem Rutsch“, sondern in mehreren Ausbauphasen umgesetzt würde. Da das Projekt jedoch im Interesse der gesamten Bürgerschaft, insbesondere auch künftiger Generationen, ist, halten wir eine positive Grundsatzentscheidung schon heute für möglich und richtig. Zum Zeichen, dass die Initiative Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg das ihr Mögliche zum Gelingen beitragen will, haben sich ihre Mitglieder Gedanken gemacht, wie die Kosten der Projektumsetzung für die Stadt gesenkt werden könnten. Denkbar sind verschiedene Kooperationen mit Institutionen und/oder Unternehmen als Unterstützer und Förderer des Hauses und darin stattfindender Veranstaltungen. Ziel ist es, Co-Finanziers für bestimmte Teilbereiche und den laufenden Betrieb der Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg zu gewinnen und dadurch den Investitionsbedarf der Stadt als Eigentümer auf ein notwendiges Minimum zu begrenzen.

Beispielhaft sind folgende Co-Finanzierungen denkbar:

o  Stiftungen und private Einzelförderer für Teilbereiche und/oder Veranstaltungen

o  Unternehmen, sei es als offizielle Sponsoren der Kulturfabrik und/oder Nutzer des „Kreativ-Raumes“

o  Bildungseinrichtungen und andere  Institutionen als Kooperationspartner

o  Vereine durch Mitnutzung von Räumen

8. Planung und nächste Schritte

8.1. Grundsatzbeschluss des Leonberger Gemeinderats

Um die beschriebenen Maßnahmen umsetzen zu können, muss der Gemeinderat zunächst in einem Grundsatzbeschluss klarstellen, dass das Gebäude erhalten und saniert werden soll.

8.2. Inhaltliche Konkretisierung des Konzepts

In einem zweiten Schritt kann anschließend darüber beraten werden, in welchem Umfang und mit welchen Details saniert bzw. umgebaut werden soll. Den von uns vorgelegten Entwurf eines künftigen Nutzungskonzepts betrachten wir hierbei als Diskussionsgrundlage. Für weitere, konstruktive Ideen ist die Initiative Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg grundsätzlich offen. Dies schließt gegebenenfalls das Einholen von Referenzen und eine eingehende Prüfung der Machbarkeit ein. Sind Umfang und Finanzierung geklärt, kann in einem dritten Schritt ein Umsetzungskonzept mit Zeitplan erarbeitet werden.

8.3. Beteiligung der Bürgerschaft

Da es sich bei dem skizzierten Ausbau zur Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg um ein Projekt im Interesse aller Bürger/innen handelt, halten wir eine breite, gründliche Information und Einbindung der Bevölkerung in den Meinungsbildungsprozess für angemessen.

Fazit

Mit dem Zweiklang aus alter Schuhfabrik und den in ihrem Umfeld herangewachsenen Kunst-Akteuren verfügt Leonberg im Gegensatz zu den allermeisten anderen Städten in der Region sowohl materiell als auch personell über ideale Voraussetzungen, um sein positives Image als Stadt der Künstler und Kreativen auf Jahrzehnte hinaus zu festigen. Der vorliegende Vorschlag, das bestehende Künstlerhaus zu einer „Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg“ auszubauen, ermöglicht es, das vorhandene Potenzial über den bisherigen Einzugskreis hinaus für noch mehr Bürger/innen nutzbar zu machen. Auch für die Stadt insgesamt wäre der Ausbau ein Gewinn. Denn er beschert nicht nur den Bürger/innen mehr Entfaltungsmöglichkeiten und damit mehr Lebensqualität, sondern er fördert auch die soziale Integration einer wachsenden und kulturell diverser werdenden Stadtbevölkerung und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Obendrein schafft eine ausgebaute „Kulturfabrik Künstlerhaus“ auch mehr Aufenthaltsqualität im städtischen Raum mit der Folge vermehrter Sicherheit für die Bürger und verbesserter Kaufkraftbindung für die zunehmend vom boomenden Internethandel gebeutelte lokale Geschäftswelt.

Als Teil eines künftigen „Kulturareals Steinstraße“ könnte eine ihrem Charakter als Zeitzeuge der Leonberger Industriegeschichte entsprechend sanierte Kulturfabrik Künstlerhaus eine kulturelle Brücke zwischen Altstadt und neuer Stadtmitte schlagen, die symbolisch Tradition und Moderne verbindet und sich optisch wohltuend von der nüchternen, modernen Umgebungsarchitektur absetzt. Nebenbei würde die Stadt mit Sanierung und Ausbau der alten Schuhfabrik das ungeschriebene Vermächtnis des letzten Fabrikbesitzers Erich Hägele ehren, der sich in den vergangenen 40 Jahren auf außergewöhnliche Weise um den Leonberger Kunstbetrieb verdient gemacht hat.  Schließlich profitiert von einem Bekenntnis der Stadt Leonberg zum Standortfaktor Kunst und Kultur auch die lokale Wirtschaft: Denn eine quirlige Szene im Kunst- und Kulturbereich zieht Kreative auch aus anderen Bereichen an und sorgt so direkt und indirekt dafür, dass in den ortsansässigen Unternehmen dauerhaft kein Mangel an kreativen Köpfen herrscht. Und wo viele hochqualifizierte Kreative zusammenkommen, steigt die Wahrscheinlichkeit von Start-ups und Firmenneugründungen, die wiederum neue Arbeitsplätze schaffen.

Für die Forderung nach bezahlbaren Wohnungen haben wir großes Verständnis. Wir sind jedoch überzeugt, dass an dieser Stelle ein Begegnungszentrum sowohl mittel- als auch langfristig für die Gesamtstadt und alle Bürger/innen von ungleich größerem Nutzen ist, zumal im Umfeld erst kürzlich in großem Stil neuer Wohnraum entstanden ist und auch weiterhin gebaut wird.

Wir hoffen auf die Weitsicht der Leonberger Bürgervertreter/innen, dass die mit dem vorgeschlagenen Ausbau zur Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg verbundene einmalige Chance für die Stadt und ihre Bürger/innen erkannt und mutig ergriffen wird.

© Initiative Kulturfabrik Künstlerhaus Leonberg, September 2020

Einen schnellen Überblick über die Grundlinien des Konzepts finden Sie in der Kurzversion .

Ein Kommentar

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